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Beratungspflicht des Versicherers

Die Reform des VVG (Versicherungsvertragsgesetz) sollte vor allem einen besseren „Verbraucherschutz“ bewirken.

Ziel soll sein den Versicherungsnehmer sachgerecht zu informieren und aufzuklären.

Wichtiger Bestandteil ist der

§6 VVG – Beratung des Versicherungsnehmers

(1) Der Versicherer hat den Versicherungsnehmer, soweit nach der Schwierigkeit, die angebotene Versicherung zu beurteilen, oder der Person des Versicherungsnehmers und dessen Situation hierfür Anlass besteht, nach seinen Wünschen und Bedürfnissen zu befragen und, auch unter Berücksichtigung eines angemessenen Verhältnisses zwischen Beratungsaufwand und der vom Versicherungsnehmer zu zahlenden Prämien, zu beraten sowie die Gründe für jeden zu einer bestimmten Versicherung erteilten Rat anzugeben. Er hat dies unter Berücksichtigung der Komplexität des angebotenen Versicherungsvertrags zu dokumentieren.

(2) Der Versicherer hat dem Versicherungsnehmer den erteilten Rat und die Gründe hierfür klar und verständlich vor dem Abschluss des Vertrags in Textform zu übermitteln. Die Angaben dürfen mündlich übermittelt werden, wenn der Versicherungsnehmer dies wünscht oder wenn und soweit der Versicherer vorläufige Deckung gewährt. In diesen Fällen sind die Angaben unverzüglich nach Vertragsschluss dem Versicherungsnehmer in Textform zu übermitteln; dies gilt nicht, wenn ein Vertrag nicht zustande kommt und für Verträge über vorläufige Deckung bei Pflichtversicherungen.

(3) Der Versicherungsnehmer kann auf die Beratung und Dokumentation nach den Absätzen 1 und 2 durch eine gesonderte schriftliche Erklärung verzichten, in der er vom Versicherer ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass sich ein Verzicht nachteilig auf seine Möglichkeit auswirken kann, gegen den Versicherer einen Schadensersatzanspruch nach Absatz 5 geltend zu machen.

(4) Die Verpflichtung nach Absatz 1 Satz 1 besteht auch nach Vertragsschluss während der Dauer des Versicherungsverhältnisses, soweit für den Versicherer ein Anlass für eine Nachfrage und Beratung des Versicherungsnehmers erkennbar ist. Der Versicherungsnehmer kann im Einzelfall auf eine Beratung durch schriftliche Erklärung verzichten.

(5) Verletzt der Versicherer eine Verpflichtung nach Absatz 1, 2 oder 4, ist er dem Versicherungsnehmer zum Ersatz des hierdurch entstehenden Schadens verpflichtet. Dies gilt nicht, wenn der Versicherer die Pflichtverletzung nicht zu vertreten hat.

(6) Die Absätze 1 bis 5 sind auf Versicherungsverträge über ein Großrisiko im Sinn des § 210 Absatz 2 nicht anzuwenden, ferner dann nicht, wenn der Vertrag mit dem Versicherungsnehmer von einem Versicherungsmakler vermittelt wird oder wenn es sich um einen Vertrag im Fernabsatz im Sinn des § 312b Abs. 1 und 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs handelt

Wenn man die einzelnen Absätze betrachtet kann man folgendes sagen.

  • die Beratung muss dokumentiert werden
  • der Versicherer muss dem Versicherungsnehmer seinen Rat und die Gründe für das empfohlene Produkt in textform mitteilen
  • der Versicherungsnehmer kann auf die Beratung verzichten, verliert aber möglicherweise dadurch Schadenersatzansprüche gegen den Versicherer

 

Versicherungsschein nicht erhalten

In einem Artikel hatte ich ja bereits geschrieben, was man machen kann wenn man den Versicherungsschein verloren hat.

Was macht man aber nun wenn man den Versicherungsschein nicht erhalten hat? Der Ablauf ist der selbe als wenn man diesen verloren hätte.

Man meldet sich bei seinem Versicherungsunternehmen und fragt nach einer Verlusterklärung, weil man den Versicherungsschein nicht erhalten hat. Diese füllt man aus und es wird einem ein neuer Versicherungsschein oder ein sogenannter Erstatzversicherungsschein zugesendet.

Was passiert wenn man die Erstprämie nicht zahlt?

Jeder der einen Versicherungsvertrag abschließt ist unter anderem auch dazu verpflichtet die Prämien für den Vertrag zu zahlen.

Die erste Prämie, die sogenannte Erstprämie, die man zahlen muss heißt auch Einlösebeitrag. Dieser kommt großer Bedeutung bei, da die Versicherer erst Versicherungsschutz gewähren wenn diese gezahlt worden ist. Wenn man mit der Erstprämie im Verzug ist, sind die Versicherer leistungsfrei. Im Schadenfall besteht somit kein Versicherungsschutz. Der Versicherer kann die Versicherung auch wegen Nichtzahlung der Erstprämie kündigen. Dies ist im § 37 VVG geregelt.

Was ist ein Unfall?




Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.

Die Definition ist auch im § 178 Abs. 2 VVG geregelt.

Die 5 Merkmale sind also:

  • plötzlich
  • von außen
  • unfreiwillig
  • Gesundheitsschädigung
  • Ereignis

 

Versicherungsschein verloren! und nun?




Was passiert eigentlich wenn man seinen Versicherungsschein nicht findet. Dieser wird ja gebraucht um die Versicherungsleistung in Empfang zu nehmen z.B. bei einem Sterbefall.

Gemäß § 3 Abs. 3 VVG  kann der Versicherungsnehmer vom Versicherer die Ausstellung eines neuen Versicherungsscheins verlangen.

Am besten man ruft bei seinem Versicherer an oder schickt eine kurze E-Mail und bittet um Zusendung einer Kraftloserklärung oder auch Verlusterklärung genannt. Mit dieser bestätigt man, dass man nicht mehr im Besitz des Versicherungsscheins ist. Der Versicherer kann den neuen Versicherungsschein oder Ersatzversicherungsschein erst nach Rücksendung der Verlusterklärung ausstellen. Vorher ist er dazu nicht verpflichtet.

Sollten für die Ausstellung des Versicherungsscheins Kosten anfallen, sind diese theoretisch vom Versicherungsnehmer zu tragen. Ich kenne aber selbst kein Unternehmen, bei dem dies so ist.