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Kann ich in meiner Erdgeschosswohnung die Fenster offen lassen?

Ich hatte neulich ein interessantes Telefonat. Eine Versicherungsnehmerin wollte wissen, wie es um ihren Versicherungsschutz bestellt ist. Sie zieht demnächst in eine Erdgeschosswohnung. Was in der Hausratversicherung abgedeckt ist, habe ich bereits schon mal niedergeschrieben.



Der Versicherer leistet Entschädigung für versicherte Sachen, die durch

a) Brand, Blitzschlag, Explosion, Implosion, Anprall oder Absturz eines

Luftfahrzeuges, seiner Teile oder seiner Ladung,

b) Einbruchdiebstahl, Vandalismus nach einem Einbruch sowie Raub

oder den Versuch einer solchen Tat,

c) Leitungswasser,

d) Sturm, Hagel

zerstört oder beschädigt werden oder infolgedessen abhandenkommen.

Nun hatte sie die Frage: Kann ich denn die Fenster offen (angekippt) lassen, wenn ich zur Arbeit fahre?

Klare Antwort: Nein

Dabei handelt es sich um eine grobe Fahrlässigkeit, wonach der Versicherer im Schadenfall leistungsfrei wäre. Allerdings sieht das VVG (Versicherungsvertragsgesetz) ab 2008 vor, dass ein grob fahrlässig verursachter Schaden anteilig zu ersetzen ist.

Dies ist in den §§ 28, 81 Abs.2 VVG geregelt:

 § 28 Verletzung einer vertraglichen Obliegenheit

(1) Bei Verletzung einer vertraglichen Obliegenheit, die vom Versicherungsnehmer vor Eintritt des Versicherungsfalles gegenüber dem Versicherer zu erfüllen ist, kann der Versicherer den Vertrag innerhalb eines Monats, nachdem er von der Verletzung Kenntnis erlangt hat, ohne Einhaltung einer Frist kündigen, es sei denn, die Verletzung beruht nicht auf Vorsatz oder auf grober Fahrlässigkeit.

(2) Bestimmt der Vertrag, dass der Versicherer bei Verletzung einer vom Versicherungsnehmer zu erfüllenden vertraglichen Obliegenheit nicht zurLeistungverpflichtet ist, ist er leistungsfrei, wenn der Versicherungsnehmer die Obliegenheit vorsätzlich verletzt hat. Im Fall einer grob fahrlässigen Verletzung der Obliegenheit ist der Versicherer berechtigt, seineLeistungin einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen; die Beweislast für das Nichtvorliegen einer groben Fahrlässigkeit trägt der Versicherungsnehmer.

(3) Abweichend von Absatz 2 ist der Versicherer zurLeistungverpflichtet, soweit die Verletzung der Obliegenheit weder für den Eintritt oder die Feststellung des Versicherungsfalles noch für die Feststellung oder den Umfang derLeistungspflicht des Versicherers ursächlich ist. Satz 1 gilt nicht, wenn der Versicherungsnehmer die Obliegenheit arglistig verletzt hat.

(4) Die vollständige oder teilweiseLeistungsfreiheit des Versicherers nach Absatz 2 hat bei Verletzung einer nach Eintritt des Versicherungsfalles bestehenden Auskunfts- oder Aufklärungsobliegenheit zur Voraussetzung, dass der Versicherer den Versicherungsnehmer durch gesonderte Mitteilung in Textform auf diese Rechtsfolge hingewiesen hat.

(5) Eine Vereinbarung, nach welcher der Versicherer bei Verletzung einer vertraglichen Obliegenheit zum Rücktritt berechtigt ist, ist unwirksam.

§ 81 Herbeiführung des Versicherungsfalles

(1) Der Versicherer ist nicht zurLeistungverpflichtet, wenn der Versicherungsnehmer vorsätzlich den Versicherungsfall herbeiführt.

(2) Führt der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall grob fahrlässig herbei, ist der Versicherer berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen.

Nun gab es aber auch, wie bekanntlich für fast alles, Urteile in denen es um genau solche Sachverhalte geht. Diese sind unterschiedlich entschieden worden. Es kommt nämlich immer auf die Situation an. Wie lange war man weg? Zu welcher Zeit ist es passiert?

Sollte es trotzdem zu einem Schaden kommen, sollte man seinen Versicherer, wenn er nach der Kippstellung der Fenster fragt, wahrheitsgemäß antworten. Der Versicherer kann nämlich Leistungfrei werden, auch wenn einem an einem gekippten Fenster nichts vorzuwerfen ist aber man bei der Frage nicht wahrheitsgemäß geantwortet hat. Oberlandesgericht Düsseldorf am 08.04.2008 entschieden (Az. I-4 U 144/07)

Bsp. 

Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 4. Dezember 1998 – 20 U 149/98

LG Düsseldorf, AZ. 11 O 205/06

Fazit: Auch wenn es überspitzt klingt. Immer schön Fenster schließen und auch die Tür abschließen, auch wenn man nur kurz einkaufen geht oder den Müll wegbringt. Man weiß nie was dazwischen kommt.

Leistungsarten in der Rechtsschutzversicherung

Ich werde mich in der kommenden Zeit mit den Leistungsarten in der Rechtschutzversicherung auseinander setzen. Welche Leistungsarten gibt es und welchen Schutz bieten sie dem Versicherungsnehmer? An anderer Stelle verweise ich auf einen Artikel: Braucht man eine Rechtsschutzversicherung?

 Folgende Leistungsarten kann die Rechtschutzversicherung beinhalten:

  • Schadenersatz-Rechtsschutz
  • Arbeits-Rechtsschutz
  • Wohnungs- und Grundstücks-Rechtsschutz
  • Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht
  • Steuer-Rechtsschutz vor Gerichten
  • Sozial-Rechtsschutz vor Gerichten
  • Verwaltungs-Rechtsschutz in Verkehrssachen
  • Disziplinar- und Standes-Rechtsschutz
  • Straf-Rechtsschutz

Bezugsberechtigung bei Versicherungen

Was ist das Bezugsrecht?

Das Bezugsrecht regelt beispielsweise bei Unfallversicherungen oder bei Lebensversicherungen, wer der Berechtigte im Leistungsfall ist. Das Bezugsrecht wird dabei vertraglich festgehalten, damit später bei der Frage des Leistungsbezuges keine Probleme auftreten können, wer der Berechtigte ist. Gerade in Hinblick auf kapitalbildende Versicherungen, wie eine Lebensversicherung, sollte dieses Recht zwingend vertraglich geregelt sein. Im Erlebensfall würden dem Versicherungsnehmer selbst die Leistung der Versicherung ausgezahlt werden, wobei bei einem möglichen Todesfall der versicherten Person, der Bezugsberechtigte die Leistung empfängt. Der Bezugsberechtigte wird ebenfalls in dem abzuschließenden Vertrag angegeben und im Versicherungsschein benannt. Dabei kann der Bezugsberechtigte auf verschiedene Arten festgelegt werden. So kann die Festlegung entweder widerruflich oder unwiderruflich stattfinden.

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Deine Meinung zu den Versicherungsdetektiven auf RTL

Gestern kamen ja auf RTL wieder 4 interessante Beiträge wie man Versicherungsbetrügern auf die Spur kommt.

  • hochwertige Kamara ist angeblich ins Wasser gefallen und wird über Ebay versteigert
  • Beschädigung von Aussenlamellen durch angebliche Schubserei oder doch durch eine Schlägerei
  • Beschädigung des Laminats durch Wunderkerzen
  • Beschädigung des Rasens durch eine Kuhherde

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Ärger mit der Versicherung – Akte 2011




Gestern kam ein interessanter Beitrag auf Akte 2011. Dort wurde wegen Nichtzahlung eines Teilbeitrages die Versicherungsleistung verwehrt.

In dem anderen Fall ging es um die vorvertragliche Anzeigenpflichtsverletung.

Die vorvertragliche Anzeigenpflichtsverletzung resultiert daraus, dass man bei Antragstellung Angaben weglässt oder unwahre Angaben macht. Dadurch kann man im schlimmsten Fall den Versicherungsschutz verlieren.

Was passiert wenn man die Erstprämie nicht zahlt?

Ich muss mich beschweren

Das Akte 2011 Video können Sie hier sehen: Risiko Lebensversicherung

Versicherungsbetrug – Die Versicherungsdetektive auf RTL




Ab dem 20.07.2011 zeigt RTL sechs neue Folgen der Versicherungsdetektive. In dem Sendeformat soll gezeigt werden, wie man Versicherungsbetrugern auf die Spur kommt. Das soll mit Experimenten stattfinden.

Es ist ja nicht unbekannt, dass den Versicherern jährlich ein Millionenschaden durch Versicherungsbetrug entsteht. Wie schnell ist mal der Laptop oder das Handy „runtergefallen“.

Versicherungbetrug ist strafbar und wird und ist im § 265 StGB unter Versicherungsmißbrauch beschrieben.

Bespiele Versicherungsbetrug:

  • es wird eine Sache verkauft, diese dann aber als gestohlen gemeldet
  • es werden falsche Angaben zu der Sache gemacht um eine höhere Versicherungsleistung zu erzielen

Sollte sich bei einem Schaden herrausstellen, das dieser fingiert ist, wird dieser natürlich abgelehnt. Des Weiteren drohen Strafanzeige, Kündigung des Vertrages aber auch die Übernahme der entstandenen  Kosten für den Gutachter.

Serie: Welche Versicherung braucht man – KfZ-Versicherung



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Im ersten Artikel der Serie „Welche Versicherung braucht man?“ bin ich auf die private Haftpflichtversicherung eingegangen. Mit diesem Artikel möchte ich näher auf die KfZ-Versicherung eingehen.

Jeder von uns der ein KfZ hat benötigt diese Versicherung. Bei der KfZ-Versicherung handelt es sich um eine sogenannte Pflichtversicherung. Die KfZ-Versicherung deckt Schäden die einem Dritten durch den Betrieb eines KfZ im Straßenverkehr entstehen z.B. Schuld bei einem Verkehrsunfall.

Welche Schäden sind über die KfZ-Versicherung abgedeckt?

  • Vermögensschäden
  • Sachschäden
  • Personenschäden

Wie setzen sich die Prämien zusammen?

Die Prämien sind für jedes Fahrzeug unterschiedlich. Die Versicherer verwenden auch folgende Risikomerkmale:

  • Mann/Frau
  • Kilometer pro Jahr
  • Garage oder öffentlicher Stellplatz
  • Beamter
  • ….

Es werden durchaus noch weitere Kriterien zur Prämienfestsetzung verwendet unter anderem das Alter. Der meiner Meinung nach wichtigste Punkt ist die Schadenfreiheitsklasse oder schadenfreie Jahre. Je nachdem wieviele Jahre man Schadenfrei fährt gibt es spezielle Prozentsätze. Diese varieren von Versicherer zu Versicherer.

Des Weiteren gibt es weitere Merkmale wonach sich die Prämie in der KfZ-Versicherung zusammensetzt:

  • Typklasse
  • Regionalklasse

Wie hoch ist die Deckungssumme?

Die Deckungssumme ist die maximale Entschädigungsleistung aus der KfZ-Versicherung.

Die gesetzliche Mindestdeckungssummen  beträgt 7,5 Millionen Euro für Personenschäden, 50.000 Euro für die weder mittelbar noch unmittelbar mit einem Personen- oder Sachschaden zusammenhängenden Vermögensschäden und 1 Million Euro für Sachschäden. Die gesetzliche Mindestdeckungssumme kann natürlich von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich sein.

Ein besonderes Merkmal der KfZ-Versicherung ist, dass sich der Versicherer auch nicht bei grober Fahrlässigkeit auf seine Leistungsfreiheit berufen kann. Der Versicherer ist somit gegenüber dem Geschädigten zur Leistung verpflichtet. Bei Vorsatz hingegen ist Versicherer leistungsfrei. Sollte der Fahrer aber eine Trunkenheitsfahrt, das Fahrzeug unbefugt benutzt haben oder sogar Unfallflucht (unerlaubtes Entfernen vom Unfallort) begangen haben, so kann der Versicherer ihn bis maximal 5.000 Euro je Fall in Regress nehmen.

In einem anderen Artikel habe ich breits über die Kündigung der KfZ-Versicherung berichtet.

Was ist Invalidität?




Eine Invalidität im Sinne der privaten Unfallversicherung liegt vor, wenn die körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit der versicherten Person durch einen Unfall dauerhaft beeinträchtigt wird. Eine Beeinträchtigung ist dauerhaft, wenn sie voraussichtlicht länger als drei Jahre bestehen wird und eine Änderung des Zustands nicht erwartet werden kann.

Wer legt den Invaliditätsgrad fest?

Der Grad der Invalidität wird in der Regel vom erstbehandelten Arzt bzw. dem Hausarzt festgestellt. Es kann aber auch sein, dass Ihre Versicherungsgesellschaft einen unabhängigen Arzt damit beauftragt, den Invaliditätsgrad zu bestimmen.

Der Grad wird in Prozenten der Leistungsminderung ausgedrückt, die sogenannte Gliedertaxe.

In den Bedingungen für die Unfallversicherung ist die Gliedertaxe genau angeben. Diese kann von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich sein. Je höher die Gliedertaxe, desto so mehr wird bei Invalidität gezahlt. Für bestimmte Personengruppen gibt es auch besondere Gliedertaxen. Wenn ein Chirug z.B. seinen Finger verliert kann die Invalidität schon mal 100 % betragen.

Die Körperteile sind nur teilweise eingeschränkt?

Sollten die Körperteile nur teilweise eingeschränkt sein, dann wird der entsprechende Anteil des Prozenteils angenommen.

Beispiel:

Versicherungssumme: 100.000 Euro

Der Invaliditätsgrad bei Verlust oder vollständiger Funktionsunfähigkeit des Armes beträgt 50 % gemäß der Gliedertaxe.

Somit wären für den Arm bei Verlust oder vollständiger Funktionsunfähigkeit 50.000 Euro fällig. Sollte der Arm aber noch teilweise funktionsfähig sein, z.B. 50% (1/2), dann würden von den 50.000 Euro noch 25.000 Euro gezahlt.

Leistungen der Hausratversicherung

Jeder der eine Wohnung oder ein Haus hat, sollte eine Hausratversicherung haben.

Versichert sind Schäden durch Sturm, Einbruchdiebstahl, Feuer und Leitungswasser. Alle zum Hausrat gehörende Einrichtungsgegenstände sind versichert (z.B. Sofa, Lampen).


Wertsachen (z.B. Schmuck) sind meist bis zu einem bestimmten Prozentsatz versichert. Des weiteren sind Diebstähle aus dem Kfz versichert.

Als Zusatzbaustein kann man den Glasschutz, Fahrradschutz oder den Elementarschutz mit einschließen.

Haben Sie teure oder große Glasscheiben lohnt sich der Einschluss des Glasschutzes.

Möchten Sie abgesichert sein gegen Schneedruck, Überschwemmungen z.B. durch Starkregen. Dann sollten Sie den Elementarschutz einschließen.