Archiv der Kategorie: Hausratversicherung

Gerüst am Haus – Meldung wegen Gefahrerhöhung

Endlich wird die Fassade für das Haus neu gemacht. Dafür ist es notwendig, dass ein Gerüst aufgestellt wird.

Muss ich es meiner Versicherung melden? Gerüst am Haus – Meldung wegen Gefahrerhöhung weiterlesen

Einbruch in die eigenen vier Wände!

Beim Einbruch in die eigenen vier Wände kommt die Hausratversicherung auf, wenn es sich um einen Einbruch/Diebstahl handelt. Die Zahl der Einbrüche in Deutschland ist zwar in 2016 gesunken aber wie ich finde immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Hier ist es unter dem Punkt Einbruch/Diebstahl in den Bedingungen deklariert. Einbruch in die eigenen vier Wände! weiterlesen

Versicherungsschutz für das Fahrrad

Heute habe ich einen Artikel über Versicherungen für Fahrräder im Kölner Stadtanzeiger gelesen, den ich gerne etwas erweitern würde. So ist jetzt erstmal alles richtig wiedergegeben, nur das es viele Versicherer gibt, die ohne Extraprämie auch Fahrräder in der Hausratversicherung versichern die jetzt nicht im Keller oder in der Wohnung  stehen. Diese können auch nachts an einer Laterne im Park oder aber am Bahnhof stehen. Hier spricht man von der sogenannten Nachtzeitklausel in der Hausratversicherung. Hier besteht keine zeitliche Begrenzung. Man kann also sein Fahrrad überall abstellen. Versicherungsschutz für das Fahrrad weiterlesen

Das Aquarium richtig versichern

Der Besitz und Gebrauch eines Aquariums ist keine günstige Angelegenheit. Ich hatte selbst mal eins, zwar nur mit ein paar Guppys, Neons und ein paar Knutschis, typisches 60L-Becken was es mal im Baummarkt im Angebot gab. Jeder Besitzer eines Aquariums hat sich deshalb bestimmt schon mal die Frage gestellt. Wer zahlt den Schaden, wenn das Aquarium mal einen Riss hat, Wasser austritt und man die Fische und Pflanzen „entsorgen“ kann? Wer zahlt den Schaden, wenn durch das ausgetretene Wasser Gegenstände beschädigt werden oder unbrauchbar sind?

Ein Blick in die Bedingungen der Hausratversicherung kann einem weiterhelfen.

Unter dem Punkt Leitungswasser sollte man nach Aquarium schauen

„Der Versicherer leistet Entschädigung für versicherte Sachen, die durch bestimmungswidrig austretendes Leitungswasser zerstört oder beschädigt werden oder abhandenkommen. Das Leitungswasser muss aus Rohren der Wasserversorgung (Zu- und Ableitungen)……Aquarien ausgetreten sein“

Somit wären schon einmal Schäden die durch das Wasser entstanden sind abgedeckt. Wichtig zu beachten ist, das Schäden die durch einen umgestürzten Wassereimer entstehen nicht versichert sind.

Jetzt bleiben aber noch das beschädigte Aquarium und dessen Inhalt.

Hier hilft einem nur die Glasversicherung, die es entweder einzeln aber auch als Zusatzbausstein zur Hausratversicherung gibt.

Auch hier kann nur ein Blick in die Bedingungen weiterhelfen. In den meisten Fällen steht es unter dem Punkt: „Versicherte Sachen“

Versicherungsfall:

 …..werden versicherte Sachen, die durch Bruch (Zerbrechen) zerstört oder beschädigt werden, entschädigt.

 Bsp:

Versichert sind die im Versicherungsschein bezeichneten

a) fertig eingesetzten oder montierten Scheiben, Platten und Spiegel aus Glas sowie Plexiglas,

b) künstlerisch bearbeiteten Scheiben, Platten und Spiegel aus Glas sowie Plexiglas,

c) Cerankochfelder, Aquarien, Terrarien und Paludarien.

Somit wäre auch das Aquarium an sich versichert.

Was ist aber mit dem Inhalt. Pflanzen und auch die Fische machen den meiner Meinung nach größten Kostenfaktor aus.

Hier konnte ich jetzt nur den Ausschluss vom Versicherungsschutz finden, das Schäden am Inhalt eines Aquariums, die als Folge daraus entstehen, dass Wasser aus dem Aquarium ausgetreten ist.

Fazit: Das beste ist, dass jeder Aquarienbesitzer bei seiner Versicherung oder seinem Vertreter nachfragt, dass sein Aquarium und der Inhalt dessen optimal geschützt ist.

Kann ich in meiner Erdgeschosswohnung die Fenster offen lassen?

Ich hatte neulich ein interessantes Telefonat. Eine Versicherungsnehmerin wollte wissen, wie es um ihren Versicherungsschutz bestellt ist. Sie zieht demnächst in eine Erdgeschosswohnung. Was in der Hausratversicherung abgedeckt ist, habe ich bereits schon mal niedergeschrieben.



Der Versicherer leistet Entschädigung für versicherte Sachen, die durch

a) Brand, Blitzschlag, Explosion, Implosion, Anprall oder Absturz eines

Luftfahrzeuges, seiner Teile oder seiner Ladung,

b) Einbruchdiebstahl, Vandalismus nach einem Einbruch sowie Raub

oder den Versuch einer solchen Tat,

c) Leitungswasser,

d) Sturm, Hagel

zerstört oder beschädigt werden oder infolgedessen abhandenkommen.

Nun hatte sie die Frage: Kann ich denn die Fenster offen (angekippt) lassen, wenn ich zur Arbeit fahre?

Klare Antwort: Nein

Dabei handelt es sich um eine grobe Fahrlässigkeit, wonach der Versicherer im Schadenfall leistungsfrei wäre. Allerdings sieht das VVG (Versicherungsvertragsgesetz) ab 2008 vor, dass ein grob fahrlässig verursachter Schaden anteilig zu ersetzen ist.

Dies ist in den §§ 28, 81 Abs.2 VVG geregelt:

 § 28 Verletzung einer vertraglichen Obliegenheit

(1) Bei Verletzung einer vertraglichen Obliegenheit, die vom Versicherungsnehmer vor Eintritt des Versicherungsfalles gegenüber dem Versicherer zu erfüllen ist, kann der Versicherer den Vertrag innerhalb eines Monats, nachdem er von der Verletzung Kenntnis erlangt hat, ohne Einhaltung einer Frist kündigen, es sei denn, die Verletzung beruht nicht auf Vorsatz oder auf grober Fahrlässigkeit.

(2) Bestimmt der Vertrag, dass der Versicherer bei Verletzung einer vom Versicherungsnehmer zu erfüllenden vertraglichen Obliegenheit nicht zurLeistungverpflichtet ist, ist er leistungsfrei, wenn der Versicherungsnehmer die Obliegenheit vorsätzlich verletzt hat. Im Fall einer grob fahrlässigen Verletzung der Obliegenheit ist der Versicherer berechtigt, seineLeistungin einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen; die Beweislast für das Nichtvorliegen einer groben Fahrlässigkeit trägt der Versicherungsnehmer.

(3) Abweichend von Absatz 2 ist der Versicherer zurLeistungverpflichtet, soweit die Verletzung der Obliegenheit weder für den Eintritt oder die Feststellung des Versicherungsfalles noch für die Feststellung oder den Umfang derLeistungspflicht des Versicherers ursächlich ist. Satz 1 gilt nicht, wenn der Versicherungsnehmer die Obliegenheit arglistig verletzt hat.

(4) Die vollständige oder teilweiseLeistungsfreiheit des Versicherers nach Absatz 2 hat bei Verletzung einer nach Eintritt des Versicherungsfalles bestehenden Auskunfts- oder Aufklärungsobliegenheit zur Voraussetzung, dass der Versicherer den Versicherungsnehmer durch gesonderte Mitteilung in Textform auf diese Rechtsfolge hingewiesen hat.

(5) Eine Vereinbarung, nach welcher der Versicherer bei Verletzung einer vertraglichen Obliegenheit zum Rücktritt berechtigt ist, ist unwirksam.

§ 81 Herbeiführung des Versicherungsfalles

(1) Der Versicherer ist nicht zurLeistungverpflichtet, wenn der Versicherungsnehmer vorsätzlich den Versicherungsfall herbeiführt.

(2) Führt der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall grob fahrlässig herbei, ist der Versicherer berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen.

Nun gab es aber auch, wie bekanntlich für fast alles, Urteile in denen es um genau solche Sachverhalte geht. Diese sind unterschiedlich entschieden worden. Es kommt nämlich immer auf die Situation an. Wie lange war man weg? Zu welcher Zeit ist es passiert?

Sollte es trotzdem zu einem Schaden kommen, sollte man seinen Versicherer, wenn er nach der Kippstellung der Fenster fragt, wahrheitsgemäß antworten. Der Versicherer kann nämlich Leistungfrei werden, auch wenn einem an einem gekippten Fenster nichts vorzuwerfen ist aber man bei der Frage nicht wahrheitsgemäß geantwortet hat. Oberlandesgericht Düsseldorf am 08.04.2008 entschieden (Az. I-4 U 144/07)

Bsp. 

Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 4. Dezember 1998 – 20 U 149/98

LG Düsseldorf, AZ. 11 O 205/06

Fazit: Auch wenn es überspitzt klingt. Immer schön Fenster schließen und auch die Tür abschließen, auch wenn man nur kurz einkaufen geht oder den Müll wegbringt. Man weiß nie was dazwischen kommt.

Serie: Welche Versicherung braucht man – Hausratversicherung

Im vierten Teil der Artikelserie, welche Versicheurng man braucht um die Hausratversicherung.

Die Hausratversicherung schützt Sie vor einem finanziellen Schaden für den Fall, dass Ihr Eigentum oder das Eigentum einer mit Ihnen in häuslicher Gemeinschaft lebenden Person (Ehegatten, Lebenspartner, Kinder) durch eine versicherte Gefahr beschädigt oder zerstört wird.

Serie: Welche Versicherung braucht man – Hausratversicherung weiterlesen

Leistungen der Hausratversicherung

Jeder der eine Wohnung oder ein Haus hat, sollte eine Hausratversicherung haben.

Versichert sind Schäden durch Sturm, Einbruchdiebstahl, Feuer und Leitungswasser. Alle zum Hausrat gehörende Einrichtungsgegenstände sind versichert (z.B. Sofa, Lampen).


Wertsachen (z.B. Schmuck) sind meist bis zu einem bestimmten Prozentsatz versichert. Des weiteren sind Diebstähle aus dem Kfz versichert.

Als Zusatzbaustein kann man den Glasschutz, Fahrradschutz oder den Elementarschutz mit einschließen.

Haben Sie teure oder große Glasscheiben lohnt sich der Einschluss des Glasschutzes.

Möchten Sie abgesichert sein gegen Schneedruck, Überschwemmungen z.B. durch Starkregen. Dann sollten Sie den Elementarschutz einschließen.

Was bedeutet Unterversicherungsverzicht?

Unterversicherungsverzicht in der Hausratversicherung bedeutet, dass im Schadensfall nicht geprüft wird, ob eine Unterversicherung vorliegt. Somit werden im Schadensfall keine Kürzungen vorgenommen und als maximale Entschädigung die vereinbarte Versicherungssumme gezahlt.

Bei der Hausratversicherung gehen die Versicherer davon aus das der Wert pro Quadratmeter eine bestimmte Summe x beträgt. Sagen wir mal 600 Euro pro Quadratmeter.

Nun hat Ihre Wohnung 60 qm. Um einen Unterversicherungsverzicht zu vereinbaren müsste die Versicherungssumme 36.000 Euro betragen.

Wenn Sie jetzt aber nur eine Versicherungssumme von 18.000 Euro vereinbart haben kommt es zu einer Unterversicherung.

Wenn es zu einem Schaden kommt, der 10.000 euro beträgt, bekommen Sie nur 5.000 Euro ersetzt. Denn es ist nur der halbe Wert Ihres Hausrats versichert.

Falls Sie aber in Ihrer 60 qm Wohnung teurer eingerichtet sind, sollte auf jeden Fall eine entsprechend höhere Versicherungssumme gewählt werden. Denn die gewählte Versicherungssumme stellt die maximale Entschädigung dar.